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CBRN-Erkundungswagen

Chemisch, Biologisch, Radioaktiv, Nuklear-Erkundungswagen


Aufgaben des CBRN-Erkunders

Der CBRN-Erkundungswagen dient dem Messen, Spüren, Melden und Dokumentieren radioaktiver und chemischer sowie sehr begrenzt auch biologischer Kontamination.

Ebenso dient er zum Aufsuchen von verstreuten radioaktiven Materialien,
der Kennzeichnung und der messtechnischen Überwachung kontaminierter Bereiche auch abseits befestigter Wege, der Entnahme von Boden-, Wasser- und Luftproben sowie dem Erfassen und Melden von Wetterdaten.

Ausrüstung des Erkunders




1. PC mit Drucker und serieller Schnittstelle


Über eine speziell angefertigte Software lassen sich
die Messungen steuern und protokollieren.

Eine GPS-Antenne ist mit dem Computer verbunden und erlaubt so eine exakte Positionsbestimmung und Aufzeichnung in Verbindung mit entsprechender Kartographie-Software.

2. IMS Ionenmobilitätsspektrometer
Das Ionen-Mobilitäts-Spektrometer (engl.: ion mobility spectrometer, IMS) ist ein Gerät zur chemischen Analyse. Es beruht auf dem Prinzip der unterschiedlichen Beweglichkeit von Ionen verschiedener Größe in einem elektrischen Feld. Durch Messungen in diesem aufgebauten elektrischen Feld werden die Daten des anhand einer Dosiergaspumpe angesaugten Materials ausgewertet und als Spektrum erfasst. Die Daten werden mit einer im Gerät vorhandenen Datenbank abgeglichen.



Folgende Stoffe können mit dem RAID1 detektiert werden:

Kampfstoff-Bibliothek (CWA)
  • VX
  • Soman
  • Sarin
  • Tabun
  • Schwefel-Lost
  • Stickstoff-Lost
  • Lewisit
Industriechemikalien (ITOX)
  • Ammoniak
  • Chlor
  • Blausäure
  • Chlorierte Kohlenwasserstoffe
  • Toluoldiisocyanat
  • Essigsäure
Die Messung mit dem IMS kann auch während der Fahrt erfolgen und anschließend graphisch dargestellt werden.

3. PID Photoionisationsdetektor
Der Photoionisationsdetektor saugt anhand einer Pumpe Umgebungsluft ein und setzt diese dem UV-Licht einer Gasentladungspumpe aus. Wenn ionisierbare Substanzen in der Luft vorhanden sind, wird dies als Konzentration auf dem Display angezeigt.



Nachweisbar sind aromatische Kohlenwasserstoffe, einige gängige Lösungsmittel und eine Vielzahl von unterschiedlichen anorganischen, vor allem aber organischen Substanzen.

Verwendet wird das PID zum Beispiel zur Lecksuche, Messung bei Unfällen, Überwachung des Deko-Platzes und der Belastung der Umgebungsluft.

4. FH40G Dosisleistungsmessgerät
Mit dem FH40G kann die Strahlenbelastung in der Umgebung gemessen werden. Dabei kann eine interne Sonde im Gerät sowie aber auch eine im Fahrzeug fest angebrachte (NBR-Sonde FHZ 672-2) verwendet werden. Es ist eine Unterscheidung zwischen künstlichen und natürlichen Strahlenquellen möglich.



Eine externe (abgesetzte) Messung kann nach erfolgreicher Datenübernahme am Computer ausgewertet werden.

Weitere Beladung des Erkunders

2 Dräger Preßluftatmer PA94 Plus
4 Atemanschlüsse Dräger
2 AUER Chemikalienschutzanzüge
Probenahmesatz
Wettermesssatz (Hygrometer, Handanemometer
Fernglas, Kompass)
2 Handsprechfunkgeräte FuG 11 b mit Zubehör

Zusatzbeladung von der FF Göttingen:

1 Dosisleistungsmessgerät AD 6 Teletector
1 Dosisleistungswarngerät
6 Alarmdosimeter
6 Personendosimeter (Gleitschattenfilmdosimeter)
2 Kontaminationsnachweisgeräte
1 Dräger XM 5000 (Ex, O2, Cl2, NH3)
1 Handscheinwerfer
Probennahme, Absperrmaterial und Schutzanzüge



Technische Daten
Erstzulassung:
01.01.2002
In Dienst gestellt:
18.03.2002
Fahrzeug-Upgrade:
Herbst 2009
Sitzplätze:
4+2
Leistung:
122 KW
Hersteller:
FIAT
Typ:
Ducato Maxi L2B,2,8 i.d. TD
Antriebsart:
Heck/Allrad
Höchstgeschwindigkeit:
150 Km/h
Gesamtgewicht:
3500 kg