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St. Florian

Heiliger Sankt Florian – Schutzpatron der Feuerwehr

„Heiliger Sankt Florian –verschone mein Haus, zünd andere an!“

Ein Spaßvogel ließ dieses Scherzwort an sein Hausgiebel anbringen. Sankt Florian aber wird mit der Brandverhütung vollauf beschäftigt sein, wie sollte er aber noch Brände legen? Aber: Hat er je gelebt?

Schon Julius Cäsar hatte vom oberfränkischen Erzberg und den dortigen Eisenschmelzöfen bis an die Mündung der Enns eine „Eisenstraße“ erbauen lassen, an deren ende die heutige Stadt Lorch an der Enns liegt.
In der Römerfeste Centium versah der Legionärsführer Florianus seinen Dienst. Er war als Veteran aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und wurde Vorstand in der Kanzlei des römischen Stadthalters Aquilinus.

Florianus sympathisierte heimlich mit dem Christentum. Als eines Tages Kaiser Diokletian die letzte große Christenverfolgung anordnete, geriet der Legionärsführer und Kanzleivorstand Florianus in schwere Gewissensnöte. Vor ihm lag der an sämtliche Stadthalter, Offiziere und Beamten der römischen Provinzen gegangene Sonderbefehl, gegen die „unzuverlässigen Elemente“ mit aller Schärfe vorzugehen. Speziell an den Offizier Floranus
erging der Befehl, sofort vierzig christliche gesinnte Legionäre zu verhaften – seine eigenen Glaubensbrüder. Florianus brachte das nicht über das Herz. Er warnte stattdessen die betreffenden Soldaten und kam ihnen zu Hilfe. Als Offizier wusste er nur zu gut, was das bedeutete: Er hatte einen kaiserlichen Befehl missachtet, ja sabotiert! So etwas konnte im Römerreich nur mit dem Tode bestraft werden. Stadthalter Aquilinus ließ darum im Jahre 304 seinem einstigen Adjudanten einen Mühlstein um den Hals binden. Florianus wurde von der Enns-Brücke bei Lauriacum (heute Lorch) ins Wasser gestoßen.
Später wurde Florianus als christlicher Märtyrer heilig gesprochen. Unweit seiner Todesstelle erhebt sich heute das Chorherrenstift St. Florian, unter dessen Orgel der Komponist Anton Bruckner seine Ruhestätte fand.

In vielen Kirchen und Orten Süddeutschlands findet man noch heute Floriansfiguren, und man feiert am 4. Mai alljährlich den Florianstag. Feuerwehrveranstaltungen und Wettkämpfe bilden an diesem Tag den äußeren Rahmen.
Längst ist aber auch Sankt Florian zum weltlichen Symbol aller Feuerwehrleute geworden. Ganz bestimmt ist Florian der meistgenannte Heilige.